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AngekündigtNoch kein Gesetz, Start umstritten: Das Finanzministerium hält den Start am 1. Jänner 2027 für praktisch unmöglich.Zum aktuellen Stand

Sparen für Kinder in Österreich

Zukunftsdepot in Österreich

Bis zu 5.000 Euro im Jahr für jedes Kind anlegen, ohne Kapitalertragsteuer bis zum 18. Geburtstag, und für Babys ab 2027 einen Startbonus von 500 Euro vom Staat: So hat die Regierung das Zukunftsdepot angekündigt. Beschlossen ist davon noch nichts.

Mit eigenen Beträgen rechnen

Von Martin Höllinger · Aktualisiert am

Das Wichtigste für Eltern

Kann ich bereits ein Zukunftsdepot eröffnen?

Nein. Es gibt noch keinen Gesetzesentwurf und damit keine Grundlage für die Steuerbefreiung, also auch keine Bank, die ein Zukunftsdepot anbietet. Geplant ist der 1. Jänner 2027, das Finanzministerium hält diesen Termin aber für „technisch praktisch unmöglich“.

Für welche Kinder sind die 500 Euro vorgesehen?

Für Kinder, die ab 2027 zur Welt kommen. Budgetiert sind bisher nur die Jahrgänge 2027 und 2028. Ein Kind, das 2026 oder früher geboren ist, bekommt nach allen bisherigen Fassungen keinen Bonus, soll aber trotzdem ein Zukunftsdepot haben können.

Was könnten meine monatlichen Einzahlungen ergeben?

Ab Geburt bis zum 18. Geburtstag, mit 5 % Rendite und 0,5 % Fondskosten, einschließlich Startbonus: aus € 50 im Monat werden rund € 17.500, aus € 100 rund € 33.900. Garantiert ist davon nichts, die Rendite ist eine Annahme.

Was ein Zukunftsdepot Ihrem Kind bringen kann

Entscheidend sind drei Dinge: wie viel Sie einzahlen, wie früh Sie anfangen und welche Rendite die Fonds bringen. Die Steuerersparnis ist der eigentliche Unterschied zu einem normalen Depot.

Höchstens 5.000 Euro im Jahr, also rund 416 Euro im Monat.

Sparbeginn 2027, 18 Jahre bis zum 18. Geburtstag.

Angenommene Rendite pro Jahr

Fondskosten: 0,5 % im Jahr, die Obergrenze im Modell der NEOS.

Wert mit 18 Jahren

€ 33.905

Selbst eingezahlt
€ 21.600
Startbonus
€ 500
Ertrag
€ 11.805
Gesparte KESt, mindestens
€ 3.246

Gesparte KESt: 27,5 % auf den Ertrag, den Sie in einem normalen Depot beim Verkauf versteuern würden. Laufend besteuerte Fondserträge sind nicht eingerechnet, der tatsächliche Vorteil liegt daher eher höher. Kaufkraft, Steuern und Kurse schwanken, die Rendite ist eine Annahme.

Zum Zukunftsdepot-Rechner mit Geldgeschenken der Großeltern, eigenen Annahmen und dem Vergleich mit Sparbuch und normalem Depot.

Beispiele über 18 Jahre

Pro MonatSelbst eingezahltWert mit 18davon ErtragGesparte KESt
€ 25€ 5.400€ 9.301€ 3.401€ 935
€ 50€ 10.800€ 17.502€ 6.202€ 1.706
€ 100€ 21.600€ 33.905€ 11.805€ 3.246
€ 200€ 43.200€ 66.711€ 23.011€ 6.328
Höchstbetrag (€ 416,67)€ 90.000€ 137.791€ 47.291€ 13.005

Annahmen: 5 % Rendite, 0,5 % Fondskosten, 500 Euro Startbonus bei Geburt, Einzahlung am Monatsende, vor Inflation. KESt: 27,5 % auf den Ertrag bei Verkauf.

Die NEOS nennen höhere Werte: rund 21.000 Euro für 50 Euro im Monat und rund 175.000 Euro für den Höchstbetrag. Sie rechnen mit einer durchschnittlichen Rendite von 6,7 % im Jahr. Dazu kommen drei weitere Annahmen: Der ganze Jahresbetrag wird jeweils am Jahresanfang eingezahlt, Fondskosten werden nicht abgezogen, und der Startbonus ist nicht enthalten. Beim Höchstbetrag kommen so € 176.200 heraus.

Jede dieser Annahmen verschiebt das Ergebnis. Zieht man bei sonst gleicher Rechnung 0,5 % Fondskosten ab, die Obergrenze im Modell der NEOS, bleiben € 166.700, also rund € 9.600 weniger. Wer monatlich spart, legt das Geld im Schnitt rund ein halbes Jahr später an als mit einer Einzahlung am Jahresanfang. Die Beispiele über 18 Jahre gehen deshalb von 5 % Rendite, 0,5 % Kosten und Einzahlung am Monatsende aus. Für eine Planung ist die vorsichtigere Annahme die bessere.

Was Eltern heute schon tun können

Geld, das einem Kind gehört, muss nach § 215 ABGB „sicher und möglichst fruchtbringend“ angelegt werden. Fonds und Aktien erlaubt § 220 ABGB nur unter Bedingungen, etwa mit Risikostreuung und laufender fachkundiger Verwaltung. Ein Wertpapierdepot auf den Namen eines Kindes ist deshalb in Österreich kaum zu bekommen, wie auch broker-test.at beschreibt. Genau das soll das Zukunftsdepot ändern.

Bis dahin sparen die meisten Eltern auf ein Depot unter eigenem Namen (alle Wege im Überblick: Kinderdepot in Österreich). Das Geld bleibt rechtlich ihres, und die Erträge sind ganz normal mit 27,5 % KESt zu versteuern. Wer jetzt einen Fondssparplan beginnt, verliert trotzdem keine Zeit: Auch Kinder, die schon auf der Welt sind, sollen ein Zukunftsdepot bekommen können. Ob sich ein bestehendes Depot später übertragen lässt, ist offen.

Wo das Zukunftsdepot gerade steht

  1. 1Angekündigt
  2. 2Gesetzesentwurf
  3. 3Begutachtung
  4. 4Beschluss im Nationalrat
  5. 5Start

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat das Zukunftsdepot am 31. August 2026 im ORF-Sommergespräch vorgestellt. Seitdem stehen ÖVP und NEOS auf der einen Seite, das SPÖ-geführte Finanzministerium auf der anderen. Der Streit dreht sich nicht um die Idee, sondern um Termin und Geld: Budgetiert ist der Startbonus nur für zwei Geburtsjahrgänge, der Steuerausfall durch die KESt-Befreiung gar nicht.

Einen Gesetzesentwurf gibt es bisher nicht, und damit auch kein Depot, das Sie eröffnen könnten. Der nächste Schritt wäre ein Entwurf des Finanz- oder Familienressorts, der in Begutachtung geht. Erst danach entscheidet der Nationalrat.

Die letzten Entwicklungen

  1. Stocker kündigt „bald Lösungen“ an

    Nach dem Ministerrat nennt Bundeskanzler Christian Stocker das Zukunftsdepot unter den offenen Streitthemen der Koalition, für die man bald Lösungen finden wolle. ORF

  2. Wirtschaftsministerium und NEOS stellen sich hinter den Start 2027

    Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) bekräftigt 500 Euro für alle Kinder, die ab 2027 in Österreich geboren werden. Die NEOS sehen „einer raschen Umsetzung“ nichts im Wege. Wirtschaftsministerium

  3. Bauer: Start 2027 „vereinbart und zeitlich machbar“

    Kanzleramtsministerin Claudia Bauer (ÖVP) verweist auf das Interesse der Banken und wirft Finanzminister Markus Marterbauer „ideologische Vorbehalte“ vor. ORF

  4. Finanzministerium bremst

    Das Finanzministerium hält einen Start mit 1. Jänner 2027 für „technisch praktisch unmöglich“. Budgetiert sei der Startbonus nur für zwei Geburtsjahrgänge mit je 40 Millionen Euro, der Steuerausfall durch die KESt-Befreiung gar nicht. Die SPÖ schlägt stattdessen vor, den Bonus automatisch über den Bundesschatz anzulegen. Heute

Alle Entwicklungen, Positionen und Presseberichte

Die Eckpunkte und wer sie nennt

Eine gemeinsame Fassung der Regierung existiert noch nicht. Die Eckpunkte kommen von Ministerin Claudia Bauer und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP), aus dem ausformulierten Modell der NEOS und aus den Einwänden des Finanzministeriums.

PunktÖVP und RegierungNEOS-ModellFinanzministerium und SPÖ
StartbonusBis zu 500 Euro. Laut Wirtschaftsministerium für alle Kinder, die ab 2027 in Österreich geboren werden.500 Euro bei der Geburt für Kinder ab dem Jahrgang 2027 mit Wohnsitz in Österreich.Budgetiert sind nur zwei Jahrgänge mit je 40 Millionen Euro. Die SPÖ will den Bonus automatisch über den Bundesschatz anlegen.
EinzahlungenBis zu 5.000 Euro im Jahr, ab der Geburt.Bis zu 5.000 Euro im Jahr, Eltern und Dritte zusammen.Keine eigene Angabe.
SteuerBis zur Volljährigkeit keine Kapitalertragsteuer.Die Auszahlung ist von der KESt befreit.Der Steuerausfall ist im Budget nicht vorgesehen.
KostenKeine Kontoführungsgebühren.Depot kostenlos, Fonds mit höchstens 0,5 % laufenden Kosten (TER).Keine eigene Angabe.
ZugriffEntnahme erst ab dem 18. Geburtstag.Depot auf den Namen des Kindes, gesperrt bis 18.Keine eigene Angabe.
Ohne eigenes DepotKeine Angabe.Der Bund legt den Bonus vorübergehend an, das Kind erhält ihn spätestens mit 18.Bonus automatisch im Bundesschatz.
Ältere KinderAuch für Kinder, die vor 2027 geboren wurden.Depot für alle unter 18 möglich, aber ohne Startbonus.Keine eigene Angabe.
Start1. Jänner 2027, „vereinbart und zeitlich machbar“.2027, rasche Umsetzung gefordert.Start mit 1. Jänner 2027 „technisch praktisch unmöglich“.

Quellen: ORF, 3. September 2026, Wirtschaftsministerium, 7. September 2026, NEOS: Zukunftsdepot, ORF, 6. September 2026, Heute, 5. September 2026

Zwei Unterschiede sind für Familien wichtig (mehr dazu unter Startbonus und Einzahlungen). Das Wirtschaftsministerium knüpft den Bonus an eine Geburt in Österreich, die NEOS an den Wohnsitz. Für ein Kind, das 2027 im Ausland zur Welt kommt und dann nach Österreich zieht, kann das über 500 Euro entscheiden. Und wer kein Depot eröffnet, soll den Bonus trotzdem bekommen: Die NEOS lassen ihn vom Bund anlegen, die SPÖ will ihn automatisch in Bundesanleihen stecken.

Wem der Steuervorteil nützt

Wie die KESt heute wirkt und was steuerlich noch offen ist: Zukunftsdepot und KESt.

Der Vorteil wächst mit dem Betrag. Bei 50 Euro im Monat spart eine Familie über 18 Jahre rund 1.700 Euro an KESt, beim Höchstbetrag rund 13.000 Euro. Mit 7 % Rendite kommen Modellrechnungen für den Höchstbetrag auf bis zu 24.750 Euro (Salzburg24).

Genau hier setzt die Kritik an. Laut dem Momentum Institut kann im Mittel nur die besser bezahlte Hälfte der Familien den vollen Rahmen ausschöpfen. Der Startbonus von 500 Euro ist dagegen für alle gleich. Deshalb will die SPÖ zumindest ihn automatisch für jedes Kind anlegen, auch wenn die Eltern selbst nichts tun.

Häufige Fragen

Wie schnell könnten Banken das Zukunftsdepot anbieten?

Sobald ein Gesetz beschlossen ist. Laut Ministerin Bauer haben die Banken großes Interesse, möglichst rasch zu starten. Bis dahin gibt es kein Produkt, das die Steuerbefreiung schon enthält.

Dürfen auch Großeltern einzahlen?

Im Modell der NEOS ja: Eltern und Dritte dürfen zusammen bis zu 5.000 Euro im Jahr einzahlen. Die Grenze gilt pro Kind und Jahr, nicht pro Person, die einzahlt.

Ist das Geld mit 18 steuerfrei?

Bis zum 18. Geburtstag fällt nach allen Fassungen keine KESt an. Die NEOS schreiben ausdrücklich, dass auch die Auszahlung KESt-befreit ist. Was mit Erträgen passiert, die nach dem 18. Geburtstag im Depot weiterwachsen, hat bisher keine Seite geregelt.

In was wird das Geld angelegt?

Die NEOS sehen regulierte Fonds nach EU-Standard (UCITS) mit höchstens 0,5 % laufenden Kosten vor. Laut den ersten Eckpunkten der Regierung wählen die Eltern zwischen verschiedenen Anlagen mit Risiko, allzu spekulative Produkte könnten ausgeschlossen werden. Eine Garantie auf Erträge gibt es nicht.