Sparformen im Vergleich
Sparen für Kinder in Österreich
Wer 18 Jahre lang 100 Euro im Monat auf ein Sparkonto legt, hat am Ende mehr Euro, aber weniger Kaufkraft als eingezahlt. Die Zinsen täglich verfügbarer Einlagen lagen im Juli 2026 bei 0,43 %, das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank bei 2 %. Wer über 18 Jahre spart, kommt an Wertpapieren kaum vorbei. Die Frage ist nur, in welcher Hülle.
Von Martin Höllinger · Aktualisiert am
100 Euro im Monat, 18 Jahre lang
Eingezahlt werden in jedem Fall € 21.600. Nach Steuern bleibt daraus je nach Sparform:
| Sparform | Annahme | Nach 18 Jahren | Kaufkraft heute |
|---|---|---|---|
| Sparkonto ohne Bindung | 0,43 % Zinsen | € 22.235 | € 15.568 |
| Gebundenes Sparbuch | 2 % Zinsen | € 24.756 | € 17.333 |
| Bausparen | 2 % Zinsen plus 1,5 % Prämie | € 25.125 | € 17.591 |
| Fondssparplan auf Elternnamen | 5 % Rendite, 0,5 % Kosten | € 29.724 | € 20.812 |
| Zukunftsdepot (geplant) | 5 % Rendite, 0,5 % Kosten, Bonus | € 33.905 | € 23.739 |
Zinsen nach 25 % KESt, Fonds nach 27,5 % KESt beim Verkauf, Zukunftsdepot ohne KESt und mit 500 Euro Startbonus. Kaufkraft bei 2 % Inflation. Zinssätze: OeNB, Bestand täglich fälliger Einlagen, Juli 2026 und OeNB, neue Spareinlagen über zwei Jahre, Juli 2026 (2,02 %). Bausparzinsen legt jede Bausparkasse selbst fest, die 2 % sind eine Annahme.
Die Zahlen hängen an den Annahmen, das Muster nicht: Zinsprodukte sichern den Nennwert, verlieren aber gegen die Inflation. Wertpapiere schwanken, haben über lange Zeiträume aber die höhere Ertragserwartung. Zwischen einem Fondssparplan auf Elternnamen und dem geplanten Zukunftsdepot liegen bei dieser Rate rund 4.200 Euro: Startbonus und gesparte KESt. Eigene Beträge und Renditen rechnet der Zukunftsdepot-Rechner durch.
Die Sparformen im Überblick
| Sparform | Risiko | Ertrag | Zugriff | Steuer |
|---|---|---|---|---|
| Sparbuch auf den Namen des Kindes | Keines | Niedrig | Gehört dem Kind, Eltern verwalten | 25 % KESt |
| Bausparvertrag | Keines | Niedrig, plus bis zu 18 Euro Prämie im Jahr | Sechs Jahre gebunden | 25 % KESt, Prämie steuerfrei |
| Fonds oder ETF auf Elternnamen | Kursschwankungen | Langfristig höher erwartbar | Jederzeit, Geld gehört den Eltern | 27,5 % KESt, teils jährlich |
| Generationendepot | Kursschwankungen | Langfristig höher erwartbar | Kind frühestens ab 18 | 27,5 % KESt |
| Zukunftsdepot (geplant) | Kursschwankungen | Langfristig höher erwartbar, plus Bonus | Kind ab 18 | Keine KESt bis 18 |
Sparbuch und Sparkonto
Das Sparbuch auf den Namen des Kindes ist die klassische Form, die das Mündelgeld-Recht ausdrücklich erlaubt (mehr dazu). Der Unterschied zwischen gebunden und ungebunden ist groß: Neue Spareinlagen mit mehr als zwei Jahren Bindung brachten im Juli 2026 im Schnitt 2,02 %, täglich fällige Spareinlagen im Bestand 0,69 % (OeNB: Neugeschäft, Bestand). Wer ein Sparbuch für das Kind führt, sollte deshalb einen Teil binden.
Auch 2 % reichen auf Dauer nicht: Nach 25 % KESt bleiben 1,5 %, und bei 2 % Inflation schrumpft die Kaufkraft trotzdem. Wie stark die Zinsen schwanken, zeigt derselbe Wert der Nationalbank: 2024 lagen gebundene Spareinlagen über zwei Jahre noch bei 2,86 %, im Februar 2026 bei 1,58 %.
Bausparen für Kinder
Einen Bausparvertrag kann auch ein Kind haben. Die staatliche Prämie steht jedem unbeschränkt Steuerpflichtigen für einen Vertrag zu, auf Einzahlungen von höchstens 1.200 Euro im Jahr (§ 108 EStG). 2026 beträgt sie 1,5 % (oesterreich.gv.at), also höchstens 18 Euro im Jahr.
Wer vor Ablauf von sechs Jahren an das Geld will, muss die Prämie zurückzahlen. Der Vorteil gegenüber einem gebundenen Sparbuch ist gering: Bei 100 Euro im Monat macht die Prämie in 18 Jahren gut 300 Euro aus, ohne Zinseszins gerechnet.
Fonds und ETFs für Kinder
Ein Fondssparplan läuft heute fast immer auf den Namen eines Elternteils. Das Geld gehört damit rechtlich den Eltern, bis sie es dem Kind schenken. Die KESt von 27,5 % fällt voll an, bei thesaurierenden Fonds zum Teil schon jährlich (Zukunftsdepot und KESt).
Eine Falle gibt es dabei: Fonds ohne steuerlichen Vertreter in Österreich, sogenannte Nicht-Meldefonds, werden pauschal besteuert. Jedes Jahr fallen 27,5 % KESt auf 90 % des Kursgewinns an, mindestens aber auf 10 % des Fondswerts am Jahresende, selbst in einem Verlustjahr (flatex.at). Für einen Sparplan über 18 Jahre kommen deshalb nur Meldefonds infrage.
Kinderkonto und Jugendkonto
Konten für Kinder und Jugendliche sind Girokonten für Taschengeld und erste Zahlungen, keine Sparform. Alle elf Banken, deren Jugend- und Lehrlingskonten die Arbeiterkammer Oberösterreich im September 2025 verglichen hat, führen sie kostenlos und als Guthabenkonto, überziehen lässt es sich nur mit Zustimmung der Eltern (AK Oberösterreich). Für den Vermögensaufbau taugen sie aus demselben Grund nicht wie das ungebundene Sparkonto: Das Geld liegt täglich verfügbar und bringt kaum Zinsen.
Häufige Fragen
Wie viel sollte ich monatlich für mein Kind sparen?
Eine feste Regel gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Betrag auch in schwierigen Jahren weiterläuft. 25 Euro, die 18 Jahre lang fließen, bringen mehr als 100 Euro, die nach drei Jahren wieder gestoppt werden. Im Zukunftsdepot-Rechner lässt sich jeder Betrag durchspielen.
Welcher ETF eignet sich für Kinder?
Für einen Horizont von 18 Jahren gelten dieselben Kriterien wie für Erwachsene: breit gestreut, niedrige laufende Kosten und in Österreich ein Meldefonds. Eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt ist das nicht.
Lohnt sich ein Kinderkonto zum Sparen?
Als Taschengeldkonto ja, als Sparform kaum. Jugendkonten sind Guthabenkonten und werden bei den von der Arbeiterkammer Oberösterreich verglichenen Banken kostenlos geführt. Zinsen auf täglich verfügbares Geld liegen aber weit unter der Inflation.