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AngekündigtNoch kein Gesetz, Start umstritten: Das Finanzministerium hält den Start am 1. Jänner 2027 für praktisch unmöglich.Zum aktuellen Stand

Der 18. Geburtstag

Zukunftsdepot ab 18

Mit dem 18. Geburtstag darf das Geld aus dem Zukunftsdepot entnommen werden, und ab diesem Tag entscheidet das Kind allein darüber. Eltern haben dann kein Mitspracherecht mehr, auch wenn sie 18 Jahre lang eingezahlt haben. Was mit dem Depot technisch und steuerlich passiert, lässt die Ankündigung offen. Umso wichtiger ist, was Familien in den Jahren davor klären.

Von Martin Höllinger · Aktualisiert am · Stand: angekündigt, noch kein Gesetz

Wer ab 18 entscheidet

Minderjährig ist nach § 21 ABGB, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bis dahin verwalten die Eltern das Vermögen des Kindes, danach nicht mehr. Das Zukunftsdepot soll auf den Namen des Kindes laufen und bis zum 18. Geburtstag gesperrt sein (NEOS, ORF). Beides fällt also auf denselben Tag: Die Sperre endet, und das Geld gehört ab sofort einer volljährigen Person, die frei darüber verfügt.

Ob sie davon den Führerschein bezahlt, ein Studium finanziert oder alles liegen lässt, ist ihre Sache. Eine Zweckbindung ist in den Fassungen von Regierung und NEOS nicht vorgesehen. Wer als Elternteil eine bestimmte Verwendung im Kopf hat, muss das vorher besprechen, nicht vorschreiben.

Was zum 18. Geburtstag noch offen ist

FrageStand
Wird das Geld automatisch ausgezahlt oder bleibt das Depot bestehen?Nicht geregelt. Angekündigt ist nur, dass entnommen werden darf.
Gilt die KESt-Freiheit für Erträge nach dem 18. Geburtstag weiter?Offen. Die NEOS nennen die Auszahlung KESt-befreit, zu späteren Erträgen sagt keine Fassung etwas.
Muss das Geld für einen bestimmten Zweck verwendet werden?In den Fassungen von Regierung und NEOS nicht. Die Junge Wirtschaft schlägt eine steuerfreie Verwendung für Ausbildung oder Unternehmensgründung vor.
Welche Kosten gelten nach 18?Offen. Zugesagt sind keine Kontoführungsgebühren bis zur Volljährigkeit.

Quellen: NEOS, ORF, 3. September 2026, Junge Wirtschaft.

Das Risiko der letzten Jahre

Ein Depot, das 18 Jahre lang in Aktienfonds liegt, hat seinen höchsten Wert kurz vor dem Ende und damit auch sein höchstes Verlustrisiko in Euro. Ein Rechenbeispiel: Wer ab der Geburt 100 Euro im Monat einzahlt, hat bei 5 % Rendite mit 18 rund 33.900 Euro. Fällt der Markt kurz davor um 30 %, bleiben rund 23.700 Euro. Das ist kaum mehr als die 22.100 Euro aus Einzahlungen und Startbonus. Um den Verlust aufzuholen, müsste der Wert danach um 43 % steigen.

Das ist reine Prozentrechnung, keine Prognose. Sie zeigt aber, warum der feste Termin das eigentliche Risiko ist. Wer das Geld zum Studienbeginn braucht, kann einen schlechten Zeitpunkt nicht abwarten. Zwei Wege mildern das:

  • Schrittweise umschichten. In den letzten Jahren vor dem Ziel einen wachsenden Teil in schwankungsärmere Anlagen verschieben. Ob das innerhalb des Zukunftsdepots steuerfrei möglich ist, regelt erst das Gesetz.
  • Den Zeitpunkt offenlassen. Wenn das Geld nicht an einem bestimmten Tag gebraucht wird, kann der Verkauf auf einen günstigeren Moment warten. Ob das Zukunftsdepot dafür über den 18. Geburtstag hinaus bestehen bleibt, ist noch offen.

Was passiert, wenn das Geld liegen bleibt

Wer mit 18 nichts entnimmt, lässt den Zinseszins weiterarbeiten, im Zukunftsdepot, falls es weiterläuft, oder in einem eigenen Depot. Ohne jede weitere Einzahlung, bei 5 % Rendite und 0,5 % Kosten:

AlterDepotwert vor Steuern
18 Jahre€ 33.905
25 Jahre€ 46.063
30 Jahre€ 57.335
35 Jahre€ 71.364

Ausgangswert: 100 Euro im Monat ab Geburt, Startbonus, 5 % Rendite, 0,5 % Kosten. Ob Erträge nach dem 18. Geburtstag steuerfrei bleiben, ist offen.

Mit 35 hätte sich der Betrag gegenüber dem 18. Geburtstag mehr als verdoppelt, ohne dass ein weiterer Euro eingezahlt wurde. Für ein junges Erwachsenenleben mit Ausbildung, erster Wohnung und wenig Einkommen ist das eine schwierige Abwägung. Sie wird leichter, wenn nicht alles auf einmal entschieden werden muss: einen Teil für das, was jetzt ansteht, den Rest für später.

Was Familien vor dem 18. Geburtstag klären sollten

  1. Mit etwa 14 Jahren den Kontostand zeigen. Wer mit 18 zum ersten Mal von einem fünfstelligen Betrag erfährt, entscheidet anders als jemand, der die Entwicklung über Jahre mitverfolgt hat. Beim Generationendepot der Erste Bank etwa kann der Begünstigte ab 14 eine elektronische Einsicht bekommen (Erste Sparkasse).
  2. Schwankungen erklären, bevor sie passieren. Ein deutliches Minus in einzelnen Jahren gehört bei Aktienfonds dazu. Wer das vorher weiß, verkauft nicht aus Schreck.
  3. Pläne für die nächsten Jahre sammeln. Führerschein, Ausbildung, Auslandsjahr, erste Wohnung: Welche Beträge werden wann gebraucht? Daraus ergibt sich, wie viel ab 15 oder 16 umgeschichtet werden sollte.
  4. Die Frage nach dem Rest stellen. Was nicht gebraucht wird, kann weiterlaufen. Die Entscheidung trifft das Kind, aber sie fällt leichter, wenn es sieht, was aus dem Betrag bis 25 oder 30 werden kann.

Den eigenen Betrag berechnen

Wie viel bei einer bestimmten Rate und einem bestimmten Startalter mit 18 zusammenkommt, zeigt der Zukunftsdepot-Rechner, einschließlich Jahrestabelle und heutiger Kaufkraft. Wer das Geld später selbst weiter anlegen will: Jugenddepots mancher Banken sind bis 27 ohne Depotentgelt (Raiffeisen Vorarlberg).